Über mich

 

Ich bin Jule, 25 Jahre alt und bin gerne für Menschen da, die Hilfe benötigen.
Ich hatte selbst eine schwierige Kindheit, bin sehr krank geworden und habe 2013 eine Therapie in Bad Fredeburg (Sauerland) aufgrund von Alkohol- und Drogenabhängigkeit, Medikamentenmissbrauch, Depressionen, PTBS (=Trauma), Angststörungen, Zwangsstörungen, Borderline, sozialer Phobie und Bulimie gemacht. Seit der Therapie habe ich sehr viel gelernt, meinen Wohnort gewechselt und einen Neuanfang gemacht. Das war ein sehr wichtiger Schritt für mich. Des Weiteren habe ich auch immer wieder Therapien, befasse mich viel mit Psychologie, nehme an Seminaren teil und bin sozial engagiert. Zum Beispiel berate ich Jugendliche zum Thema "Sucht" im blu:App - Chat, arbeite mit der ortsansässigen Psychiatrie und halte Voträge und schreibe Artikel über verschiedene psychische Erkrankungen (siehe "Engagements").
Bisher konnte ich vielen Menschen helfen und das möchte ich auch beruflich machen. 2017 habe ich mein Abitur mit 1,3 bestanden und studiere nun Psychologie.

 

Meine Geschichte

Aufgewachsen bin ich in einer Kleinstadt mit meinen Eltern und einem 11- Jahre älteren Bruder. Häusliche Gewalt war an der Tagesordnung sowie auch Vernachlässigung. Meine Mutter ist fernsehsüchtig, depressiv und kaufsüchtig. Mein Vater war Alkoholiker. Die beiden haben sich fast täglich gestritten und es kam häufig zu Handgreiflichkeiten seitens meiner Mutter. 

Ich habe als kleines Kind viel mitbekommen und auch mitangesehen. 

Immer wieder hörte ich, wie meine Mutter sagte, sie wolle sich umbringen oder meinen Vater. Darunter habe ich sehr gelitten und entwickelte eine Angststörung, die oft mit Panikattacken einhergingen. Allgemein war ich ein verhaltensauffälliges Kind, lief ständig weg und rebellierte. Auch mein Essverhalten war gestört. Meine Mutter und ich stritten uns täglich und mit der Zeit auch immer heftiger. In der Realschule magerte ich stark ab und setzte immer wieder kleine Signale, um die Lehrer auf mich aufmerksam zu machen, was mir jedoch nicht gelang. Immer wieder kämpfte ich auch mit Zwangsstörungen, die mir vermeintliche Sicherheit in mein Leben brachten. Ich blieb allein und wollte das Leben so nicht mehr leben und wusste mir nicht mehr zu helfen. Im Alter von 14 begleiteten mich verstärkte Borderline-Symptome und Suizidgedanken täglich, bis ich irgendwann erkannte, meine Probleme, Sorgen und Ängste vorübergehend im Alkohol ertränken zu können. Daraus entstand schließlich eine Abhängigkeit. Auch das Rauchen habe ich schon früh angefangen (mit 12). Nach der Realschule ging ich auf ein Gymnasium und fand kaum Anschluss aufgrund meiner sozialen Phobie. Meine Situation wurde zuhause mit meiner Mutter immer unerträglicher, sodass ich am Wochenende und auch unter der Woche oft bei Freunden übernachtete. Die Magersucht entwickelte sich zur Bulimie.

Das Jahr wiederholte ich dann auf einem anderen Gymnasium. In diesem Jahr starb mein Vater an Krebs bei uns zuhause. In dieser Zeit hatte ich einen Nebenjob, um meinen Unterhalt selbst zu finanzieren, da ich mittlerweile bei meinem Bruder eingezogen war. Mein Alkoholkonsum nahm in der 12ten Klasse immer weiter zu und auch der Gebrauch von Energydrinks entwickelte sich zu einer Abhängigkeit. Dann wurde ich positiv auf Burnout getestet und lies mich aus Scham nicht weiter behandeln. 

Die 12te Klasse brach ich ab und meine Lehrerin sorgte sich um mich, sodass sie das Jugendamt verständigte. Ich bekam Unterstützung, aber erwähnte keinerlei Probleme. Ein halbes Jahr später begann ich ein Berufsvorbereitungsjahr. In der Zeit zog mein Bruder aus und ich bekam eine Mitbewohnerin und trank schon längst jeden Abend. Nachts hatte ich schreckliche Alpträume und kämpfte generell immer wieder gegen Flashbacks an. Täglich rastete ich mehrmals aus, war unkonzentriert, immer noch sozial phobisch und suizidal. Meiner Dozentin fiel dies auf und ich führte häufiger Gespräche mit ihr und vertraute mich ihr an, sodass sie mich zur Suchtberatung begleitete und ich von dort aus in die Entgiftung kam. 

Von Mai- Oktober 2013 machte ich eine Therapie in Bad Fredeburg und entschied mich im Anschluss für ein neues Leben in einem neuen Ort und begann einen Neuanfang und war 4 Monate in einer Adaptionseinrichtung (Übergangseinrichtung nach einer Therapie) und lebe jetzt in meiner eigenen Wohnung. Ich bin auch wieder zur Schule gegangen, um mein Abitur zu machen und habe es im Sommer 2017 mit einem Schnitt von 1,3 bestanden. Im Moment studiere ich Psychologie und arbeite ehrenamtlich in der Suchtprävention. 

Ich bin vollkommen glücklich und habe alles, was ich brauche oder mir früher immer gewünscht habe. Meine Erfahrungen möchte ich weitergeben und Betroffenen oder Angehörigen helfen, damit sie auch diese wundervolle Erfahrung machen können.


 

 

Neuigkeiten

Diese Rubrik enthält keine Artikel.