Werde selbstbewusster!

 

Selbstbewusstsein ist die wichtigste Grundlage für ein glückliches und zufriedenes Leben. Bei Menschen mit psychischen Problemen machen sich häufig Selbstzweifel, Minderwertigkeitsgefühle und ähnliches bemerkbar. Viele können sich selbst nicht genug wertschätzen und leiden darunter.
Mittlerweile bin ich selbstbewusst, aber hin und wieder habe ich mal eine Phase, in der ich ziemlich unsicher bin und dann geht es mir etwas schlechter. Ich denke, dass das ganz natürlich ist und das ist auch völlig in Ordnung. Ich baue mich dann selbst wieder auf. Wie ich das mache, zeige ich euch in diesem Beitrag!

Schreiben hilft unheimlich gut, um sich etwas vor Augen zu führen, deswegen ist es am Effektivsten, wenn du dir zu den meisten Übungen eine Liste machst. (Diese Listen können dir übrigens aus einer traurigen Stimmung helfen.)

 

Übung 1: Sei nett zu dir! Das ist das oberste Gebot! Denke ausschließlich positiv über dich und begegne dir in einer liebevollen Art und Weise. Wenn dein Freund/ deine Freundin sein/ ihr Ziel nicht erreicht, würdest du bestimmt nicht zu ihm/ ihr sagen: „Oh bist du dumm? Du hast schon wieder versagt.“ Zu dir selber sagst du das aber großer Wahrscheinlichkeit. Deinen Freund/ deine Freundin würdest du an dieser Stelle eigentlich aufbauen. „Ist doch nicht schlimm. Du bist trotzdem ein liebenswerter Mensch. Beim nächsten Mal schaffst du es bestimmt.“ Also behandele dich selbst wie deinen besten Freund/ deine beste Freundin.

 

Übung 2: Mach dein Selbstwert nicht von äußeren Umständen abhängig! Sei dir bewusst, dass dein Selbstwertgefühl nichts mit Leistungen, Arbeit, Fleiß, Erfolg etc. zu tun hat. Du bist wertvoll und dabei spielen diese äußeren Dinge keine Rolle. Wenn du dir selbst vor Augen führen möchtest, wovon du dein Selbstwert abhängig machst, beende folgenden Satz: „ Ich bin nur liebenswert, wenn...“. Es gibt dabei eine ganze Menge an mehreren Möglichkeiten. Das spielt aber alles keine Rolle. Den einzigen Satz, den du dir in dein Gehirn brennen solltest, ist folgender: „Du bist liebenswert und wertvoll, so wie du bist“.

Übung 3: Vergleiche dich nicht mit anderen! Das ist ein großer Fehler, der fast jeder macht. Man muss dazu sagen, dass jeder mit ganz anderen Grundlagen (Elternhaus, Umgebung, Sensibilität etc.) aufwächst und jeder Mensch ist so individuell. Jeder geht seinen eigenen (steinigen) Weg und so etwas kann man absolut nicht vergleichen. Kleines Beispiel:
Ich: „ Ich fühle mich so scheiße. Jeder aus meinem Jahrgang hat jetzt sein Abitur geschafft und ich sitze hier in Therapie und habe nichts bzw. bin immer noch nichts :-( .“

Therapeutin: „Die anderen sind nicht Ihren Weg gegangen. Mit so großen Belastungen, die Sie mit sich getragen haben, ist es schwer noch ein gutes Abitur abzulegen. Die anderen hatten es leichter.“
So gesehen, kann man sich mit anderen niemals vergleichen.

 

Übung 4: Mach dir deine Erfolge bewusst! Manchmal nehmen wir unsere Erfolge als selbstverständlich oder als nicht so besonders war. Nun ist es an der Zeit, sich genau das vor Augen zu führen. Also schreib dir eine Liste mit all deinen bisherigen Erfolgen. Dazu gehören übrigens auch alle gemeisterten Lebenskrisen und Probleme.

 

Übung 5: Lobe dich selbst! Viele Menschen sagen, dass Eigenlob stinkt. Das ist absoluter Müll! Es ist unheimlich wichtig, sich selbst zu loben. Dazu habe ich eine gute Übung. Kauf dir ein paar Armbänder, Ringe oder Steinchen, die du morgens an die rechte Hand oder in die rechte Hosentasche steckst und jedes Mal, wenn du etwas gut gemacht hast oder zufrieden mit dir bist, packst du ein Armband/ Ring oder Stein an die linke Hand/ Hosentasche. Abends siehst du das Ergebnis und kannst nochmal darüber nachdenken, wofür du dich gelobt hast. Diese Übung ist richtig effektiv!

 

Übung 6: Mach dir eine Eigenschaften/ Fähigkeiten bewusst! Du kannst dir wieder eine Liste machen und alles aufschreiben, was du an dir magst, was du für Stärken hast, was andere an dir bewundern etc. Werde dir deinen Eigenschaften bewusst und vertraue auch darauf. → „Ich schaff das! Ich kann das! Alles wird gut!“

 

Übung 7: Sei glücklich! Die meisten Menschen verschieben ihr Glück, indem sie sagen:
„Wenn ich ..., dann bin ich glücklich.“ Damit verschiebt man allerdings nur seine Zufriedenheit. Hör auf damit und frage dich mal, was du im Moment für Gründe hast, glücklich und zufrieden sein zu können. Mach dir dazu eine Liste. „Ich bin (jetzt) glücklich/ zufrieden, weil...“

 

Übung 8: Sei dankbar! Damit ist schon alles gesagt. Wofür bist du dankbar? Überlege auch mal, was in der Vergangenheit vielleicht nicht so gut war, was dich aber im Endeffekt weitergebracht hat.

Auch hier kannst du dir wieder eine Liste machen.


Übung 9: Nimm dich/ deinen Körper und deine Vergangenheit an! Das ist ein sehr schwieriger Punkt, der auch viel Zeit in Anspruch nimmt. Konzentriere dich nur auf das, was gut an dir ist, was du magst und was in deiner Vergangenheit schön war. Versuch dein Augenmerk in jedem Moment auf das Positive zu legen (Liste möglich).

 

Übung 10: Äußere deine Meinung und sage „nein“! Du hast ein recht darauf, deine Meinung/ Unzufriedenheit zu äußern und du hast das Recht „nein“ zu sagen. Aller Anfang ist schwer, aber nach ein paar Mal probieren, wird es immer leichter und selbstverständlicher. Wenn es dir allerdings noch schwer fällt, dann nimm dir erst eine Bedenkzeit. Wenn deine Mitmenschen dich so kennen, dass du immer zustimmst und alles machst, werden sie zunächst ziemlich verblüfft sein, dass du auf einmal „nein“ sagst oder deine Meinung äußerst. Einige Leute können darauf ärgerlich reagieren. Das ist ein Manipulationsversuch, weil sie dich dazu kriegen wollen, doch das zu tun, was sie von dir wollen. Wenn sie sich ärgern, ist das ihr Problem!

 

Übung 11: Stell dich deinen Ängsten! Die meisten Menschen gehen unangenehmen Dingen aus dem Weg. Damit verbauen sie sich selbst dich Chance, sich weiterzuentwickeln. Wenn du also merkst, dass du vor etwas Angst hast, stell dich dem. Nach mehrmaligem Stellen, vergeht diese Angst.

 

Übung 12: Trau dich präsent zu sein! Stell dich mal in den Mittelpunkt und sei auffällig. Die meisten Leute verstecken sich und wollen in Gruppen nicht auffallen. Sei du selbst und zeig dich mal mehr in Gruppen.

Übung 13: Hol dir Hilfe und äußere deine Bedürfnisse! Wieso immer warten, bis jemand mal auf die Idee kommt, dir Hilfe anzubieten? Oft kommen Hilfeschreie bei anderen gar nicht an oder sie reagieren eben nicht darauf. Hilfe zu benötigen ist absolut keine Schande, sondern etwas ganz Natürliches. Quäl dich nicht alleine und frage deine Freunde, Familie oder Bekannte um Hilfe. Genauso ist es mit Bedürfnissen. Andere können dir deine Bedürfnisse nicht von den Lippen ablesen. Zumindest kannst du das von anderen nicht erwarten. Du hast einen Mund zum Reden und auch, wenn es dir schwer fällt, benutze ihn doch mal. Hol dir zum Beispiel eine Umarmung oder Zeit mit Freunden, wenn du sie brauchst, indem du es direkt äußerst.

 

 

Übung 14: Rede mit Fremden! Halte mal einen Smalltalk mit unbekannten Menschen, mache ihnen ein Kompliment oder halte ihnen mal die Tür auf. Solche Kleinigkeiten wirken sich sehr positiv auf dein Selbstwertgefühl aus. Bei einer guten Tat bist du schon richtig stolz auf dich :).
Wenn dir das noch zu schwer ist, dann beginne damit, den Menschen ein Lächeln entgegenzubringen.

 

Übung 14: Schreibe dir selbst einen Liebesbrief! Das ist der krönende Abschluss. Wenn es dir schlecht geht, kann dieser Brief dich wieder aufmuntern. Probiere es mal aus („Ich liebe mich, weil..").

 

 

Ich hoffe, ich bekomme erfolgreiche Rückmeldungen von selbstbewussten Menschen ;-).


Liebe Grüße,


Jule

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