Leistungsgesellschaft

 „Wir leben in einer Leistungsgesellschaft.“
Diesen Satz haben schon viele Menschen gehört und können ihn auch bestätigen, denn das Thema „Leistungen“ ist omnipräsent, aber was steckt eigentlich genau dahinter? Wieso sind wir so auf gute Leistungen getrimmt? Sollen gute Leistungen uns glücklich machen und jagen wir so dem Glück hinterher?

 

Jeder weiß, wie es ist, wenn man gute Leistungen erbracht hat. Wir sind stolz und freuen uns darüber. Manchmal sind wir auch froh, dass sich die Anstrengung gelohnt hat und fühlen uns dann ein wenig erleichtert. Alles in allem kann man sagen, dass wir Erfolg hatten. Erfolgreich sein bedeutet für uns, glücklich sein zu können und Erfolg bekommen wir oft durch gute Leistungen. Dabei spielt es keine Rolle, in welchen Bereichen wir gute Leistungen erbringen, ob im Sport, auf der Arbeit oder, ob wir in der Schule oder einfach so auf irgendeine Art und Weise gut „funktionieren“. Mit guten Leistungen erhöhen wir die Wahrscheinlichkeit ein Leben mit mehr Macht, Geld, Besitz, Erfolg und einem höheren Ansehen führen zu können. Es gleicht ein wenig einer Ständegesellschaft. Je mehr Leistungen du erbringt, desto höher bist du in der Gesellschaft.

Kann man es denn Erfolg nennen, wenn man in der Gesellschaft oben steht? Das Selbstwertgefühl steigt bei einigen Menschen weiter an und die Menschen, die weiter unten sind, werden neidisch. Durch diesen Neid fühlen sie sich weniger Wert und so verleiht der Neid ihnen einen Antrieb, ebenfalls mehr Leistungen erbringen zu wollen. In den meisten Menschen herrscht die Annahme, dass man für seinen Erfolg selbst verantwortlich ist und eben auch selbst Schuld sei, wenn man keinen hat. Dadurch entsteht ein gewisser Druck in den Köpfen der Gesellschaft. Sie arbeiten und leisten, um ein glückliches Leben führen zu können und konkurrieren mit anderen. Es ist wie ein Teufelskreis, denn dann entsteht Stress und die Menschen neigen dazu, unzufrieden mit sich selbst und ihrem Leben und auch ihren eigenen Leistungen zu sein, da sie sehen, dass noch Steigerung möglich ist oder andere eben besser sind. Oft treten dann Erkrankungen wie das Erschöpfungssyndrom, Depressionen oder Burnout auf. Die Menschen haben Angst, zu versagen und ihren Selbstwert und ihr Ansehen zu verlieren. Sie fühlen sich unzulänglich und wertlos. Außerdem stehen sie häufig unter der Beurteilung und Bewertung anderer, was wieder den Druck auf die jeweilige Person erheblich vermehren kann. Die Betroffenen möchten aber weiterhin funktionieren und versuchen ihre Leistung zu steigern und sich auf Hochtouren zu bringen (Perfektionismus). Hierzu gibt es überall Bücher, in denen Tipps oder andere Alternativen aufgezeigt werden. Leider greifen ganz viele Menschen aber auch zu Kaffee, Süßigkeiten, Alkohol oder Drogen. Im Radsport ist Doping zum Beispiel sehr beliebt. Der Konsum von leistungssteigernden Substanzen wird in der Gesellschaft immer beliebter und auch psychische Erkrankungen tauchen dadurch immer häufiger auf.

 

Was kann man dagegen tun?

Das Konkurrieren ist menschlich und das Streben nach Erfolg auch, allerdings ist es wichtig, sich immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, dass nicht jeder Mensch auch die gleichen Bedingungen vorfindet und so die Vorstellungen eines erfolgreichen, glücklichen Lebens ziemlich weit auseinander gehen. Meistens übernehmen wir die Vorstellung eines solchen Lebens von unseren Eltern oder von unserem sozialen Umfeld. Man sollte sich seine eigenen Ziele setzen, unabhängig von denen anderer und man kann auch lernen, sich mit weniger zufrieden zu geben. Das Wichtigste im Leben ist nicht unser Erfolg, sondern, dass wir glücklich sind und es uns gut geht und das geht eben auch mit weniger Leistungen, weniger Besitz, weniger Geld und weniger Ansehen. 

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